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Historie Pfalzel
& der Klosterschenke
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Pfalzel
RÖMISCHER PALAST KLOSTER STIFT BURG STADT
Pfalzel liegt in 4,5 km Luftlinie nordöstlich zum Zentrum von Trier. Über die Anfänge der Siedlung Pfalzel ist nach meiner Erkenntnis nichts genaues überliefert. Nur das Auffinden von Brandgräbern in jüngster Zeit lassen auf eine Keltische Siedlung an der Stelle der heutigen Ortschaft schliessen. Es wird angenommen, dass sich der Moselübergang der keltischen Handelsstraße vom Niederrhein durch die Eifel über den Hunsrück hier befand.
Seine Nähe zu Trier - der Residenzstadt römischer Kaiser - bekommt insofern eine besondere Bedeutung, da hier eine spätrömische Palast- und Festungsanlage in der römischen Bausubstanz erhalten und erkennbar geblieben ist.
In der Gesta Treverorum, der 11. Jh. begonnenen Stadtgeschichte, wird die Funktion sogar dahingehend bestimmt, daß es „Julii Caesaris
castrum“ =“das befestigte Lager des Julius Caesar“ gewesen sein soll.
Da Berichte und Urkunden in lateinischer Sprache, der Sprache der Kirche verfasst waren, so tritt Pfalzel als „Palatiolum“ - die kleine
Pfalz – auf: Bestand sie im Gegensatz zur fränkischen kaiserlichen
Residenz in Trier mit der monumentalen römischen Palastaula
(= sog. Basilika) und war wesentlich kleiner dimensioniert. |
Luftaufnahme Pfalzel 2002
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Ansicht Pfalzeler Moselufer
Ortsansicht Pfalzel Tusche 1542
Modell Römische Palastanlage (späteres Nonnenkloster der Hl. Adula)
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Wie alle öffentlichen Gebäude (z.B. auch die Palastaula in Trier) fiel
die Anlage, das „Palatiolum“, dem fränkischen König zu und ging
später durch Schenkung in den Besitz des Erzbischofs und Erzstifts
Trier über.
In die Mauern der ehemaligen villa regia inkorperiert erfolgte die
Gründung eines Benediktinerklostersfür adelige Nonnen um das
Jahr 625.
Bedeutende Teile dieses Mauerwerkes sind später genutzt
worden zum Aufbau einer bischöflichen Burg, eines Kanonikerstifts
und der daraus hervorgegangenen mittelalterliche
Pfarr- und Stiftskirche mit benachbarten Häusern.
Die Hl. Adula (ehemalige Äbtissin) vererbte dem Kloster u. a.: den
Ort Pfalzel (Palatiolum) mit allen zugehörigen Gebäuden, Höfen,
Weinbergen, Waldungen, Mühlen, Gewässern und sonstigen
Ländereien. Es ist demnach wohl davon auszugehen, dass es sich
um ein reiches Kloster handelte mit wachsender Macht begünstigt
durch eine gute Lage.
In der Karwoche des Jahres 882 soll das Kloster von den Normannen
verbrannt, aber nicht zerstört worden sein. Die genauen
Gründe, die zur Auflösung des Klosters führten sind nicht bekannt.
Erzbischof Poppo von Babenberg (1016-1047) erhob um das
Jahr 1026 den Vorwurf des angeblichen Sittenverfalls gegen das
berühmte Konvent der Heiligen Adula und zögerte nicht es zu
schließen.
In anderen Fällen verfielen Pfalzen und die sie umgebenden
Ansiedlungen wieder und wurden zur Wüstung, so dass man bisweilen
nicht einmal mehr ihre Lage kennt.
In Pfalzel wurde seit Ende des 19. Jh. durch detaillierte Beobachtungen
und besonderes Interesse für die Besonderheiten, die baugeschichtliche
Bedeutung der Klosteranlage, der Burganlage und den
damit verbundenen Wirtschaftsgebäuden, der Wallbefestigungsanlage,
kurz der gesamten Ortsanlage erkannt: |
 Historischer Grundrissplan |
 Mittelalterliche Wallmauer |
Mit der Umwandlung des Klosters in ein Kanonikerstift beginnt
1027 die erste von vielen Umbauphasen, die im Laufe der Jahrhunderte
bis ins Jahr 1962 stattfanden: Die „Kreuzkirche“ im südlichen
Eckbau des Ostflügels wurde zu einer Langhauskirche umgewandelt.
Durch Einrichtung einer Schule, in der konstenlos alle Volkskreise
unterrichtet wurden, trug dieser Stift erheblich zur Hebung
der Kultur bei und machte Pfalzel zum geistigen Mittelpunkt der
Umgebung. |
Nach 1027 fand allgemein weiterhin folgende Gebäudenutzung
statt: Mit der Klosterkirche wurde der Ostflügel des Palastbaues
in seiner gesamten Länge mit den jeweils an den großen „Eckrisaliten“
und quadratischen Eckräumen anschließenden zwei westlichen
Räumen der den Innenhof umgrenzenden Süd-und Nordflügel
der Stiftsanlage zugewiesen, während der entsprechende Teil des
Westflügels mit der Zufahrts- und Eingangsanlage offenbar dem
Erzbischof vorbehalten war. Hier entstand die bischöfliche Burganlage,
die seit dieser Zeit durch Abbruch der Mitteltürme und Risalite
des Nord- und Südflügels eine eigene Entwicklung nehmen sollte.
1146 Heinrich von Namur zerstörte die Stiftskirche, jedoch die Burganlage
konnte verteidigt werden.

Luftaufnahme "Hotel Restaurant Klosterschenke" mit Nebengebäuden
1132-1152 Erzbischofs Albero veranlasste den Wiederaufbau
der römischen Mauern mit erheblichen Geldmitteln,
die er erhielt indem er seine Einkünfte an
Naturalsteuern etc. direkt nach Pfalzel überführen ließ.
Im 13. Jh. wurde der Erzbischof von Trier (Heinrich von Finstingen
(1260-1286) Kurfürst und damit weltlicher Herrscher.
Während der kurfürstlichen Zeit war Pfalzel Hauptort
für das gleichnamige Amt und umfasste über 50 Ortschaften.
1673/74 Schleifung der Burg durch die Franzosen, die die
Anlage aufgelassen und zu Wohnanlagen der Bewohner, Stallungen
und Scheunen mit verschiedensten Eigentümern in
Keller, Parterre und Obergeschossen umgenutzt worden sind.
Von 1794 bis 1814 war Pfalzel Sitz eines Friedensgerichtes und einer
Kantonsverwaltung. Jedoch durch die Kriegswirren des 30-jährigen
Krieges und später in der Geschichte die erneute Zerstörungen durch
französische Truppen , die den Ort im auslaufenden 18. Jh. passierten,
war das einst reiche Städtchen in Armut und Verfall geraten. |
 Barocker Kamin im Hotelflur 1. OG
 Nördl. Hof zur Klosterschenke - ehemalige Lage des Kreuzgangs
 Innenansicht Petruskapelle 16. Jh.
 Blattmasken am Kapitell des südlichen Kreuzgangflügels |
An der Ostseite der Stiftskirche und an
die nach Norden folgenden Bauten des
Palatiolums schließen der Wirtschaftshof
mit Torturm von 1480, der Kreuzgang
und die Petruskapelle an, die unter
Bischof Richard von Greiffenklau (1511-1531) erbaut worden sind.
Kanonikerstift: Nur der südliche Kreuzgangflügel
mit fünf Jochen ist noch erhalten.
Flache Bogen auf Pfeilern in rotem
Sandstein überspannen je drei Spitzbögen,
die auf Säulen ruhen, deren Kapitelle
mit Blattwerk, Trauben und Masken
verziert sind. Der östliche Kreuzflügel ist
noch in seinem Fundament sichtbar.

Die Historie zum Download als pdf
Teil 1
Teil 2
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Verfasser: Dipl.-Ing. Christiana Lentes
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